Ice

geboren 26. Mai 1999
gestorben 25. Juni 2009
Abschied von Ice
26. Mai 1999 - 25. Juni 2009
Ein Hund hat im Leben nur ein Ziel -
sein Herz zu verschenken.
Auf keinen Hund passte dieser Spruch wohl besser als auf Dich,
unser süßer Icebär.
Du warst der bezaubernde Amerikanisch-Kanadische Schäferhund von der Freundin meines Bruders. Ich weiß noch, wie ich das erste Mal von Dir hörte - es war im Sommer 2007. Mein Bruder hatte eine Frau kennengelernt, die einen ganz bezaubernden weißen Schäferhund besaß. Ich schrieb Dein Frauchen damals extra im Internet an, nur um ein Foto von Dir zu erhaschen. Und als ich Dein Foto zum ersten Mal sah, da wusste ich, dass Dein Frauchen mit meinem Bruder zusammenkommen soll.
Richtig kennengelernt haben Du und ich uns erst an Silvester 2007. Was habe ich mich auf Dich gefreut! Und sofort habe ich mich Hals über Kopf in Dich verliebt. Du durftest den Rest der Nacht mit mir in einem Zimmer schlafen und ich erinnere mich noch gut, wie ich am Neujahrsmorgen aus dem Hochbett herunterschaute, "Icey!" rief und Du mich anlachtest und mit der Rute auf den Boden klopftest.
Das nächste Mal gesehen haben wir uns leider erst im Juni 2008 auf dem Geburtstag von Deinem Frauchen - eine viel zu lange Zeit. Und doch war es so, als würden wir uns schon tausend Jahre kennen.
In der Folgezeit sahen wir uns zwar öfter, aber dennoch viel zu selten.
Aber ich glaube, wir hätten uns noch seltener gesehen, wäre ich nicht im August 2008 mit dem Mann zusammengekommen, über den mein Bruder Dein Frauchen kennengelernt hat. Ich hatte mich immer so tierisch auf Dich gefreut und bekam angeblich immer ein strahlendes Gesicht, wenn von Dir die Rede war. Meine Umwelt konnte ich bis an den Rand der Verzweiflung nerven, wenn ich ins Schwärmen über Dich geriet. Ich war einfach vernarrt in Dich und liebte Dich so sehr.
Du hattest schon länger Probleme mit den Hüften. Zum ersten Mal ernsthaft um Dich bangen mussten wir im Dezember 2008. Doch Du hast Dich wieder hochgerappelt. Du warst so ein Kämpfer. Ich habe Dich eigentlich nur als lebensfrohen, verspielten, aktiven Hund in Erinnerung.
Im Juni 2009 bekamst Du dann starken Durchfall. Alle Bemühungen um Dich haben keine nennenswerte Besserung gebracht und so erhielt ich am 24.
Juni 2009 den Anruf von Deinem Frauchen, dass Du, falls sich Dein Zustand bis zum nächsten Tag nicht rapide bessere, von Deinen Leiden erlöst und ins Paradies geschickt wirst.
Am Folgetag gegen 16:35 Uhr klingelte erneut das Telefon. Mein Bruder berichtete mir mit tränenerstickter Stimme, dass Du soeben in den Himmel gegangen bist.
Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Unser süßer Ice. Ich glaubte immer, dass Dich nichts kaputtkriegt. Leider habe ich mich getäuscht.
Zwei Tage später hatte Dein Frauchen wieder Geburtstag. Ich hatte noch nie solche Angst, zu Euch nach Hause zu kommen. Ich fürchtete, ununterbrochen heulen zu müssen und so allen Anwesenden die Feier gründlich zu verderben. Wo ich die Kraft hergenommen habe, diesen Tag ohne Tränen zu überstehen, weiß ich bis heute nicht. Im Garten hast Du ein wundervolles Grab bekommen. Mein Freund und ich waren am Tag zuvor extra noch an der Hönnemündung und haben einen Stein ausgesucht, den wir mit einem lieben Gruß für Dich versehen und zu Dir gelegt haben.
Und die Welt drehte sich weiter. Wir spielten wie im Vorjahr im Garten Cricket. Am Anfang kam mir das beinahe pietätlos vor, doch dann musste ich mir vorstellen, wie Du Dich Deines Lebens über das Spiel freuen und uns permanent um die Beine wuseln würdest. Warum sollte das jetzt anders sein, nur weil Du nicht mehr körperlich bei uns sein kannst? Im unseren Herzen bist Du doch immer noch da!
Du warst ein ganz besonders bezaubernder Hund. Alle, welche die Ehre hatten, Dich kennen zu lernen, hast Du in Deinen Bann gezogen. Ich kenne keinen Hund, der eine so große Fangemeinde hatte wie Du. Selbst Menschen, die eigentlich keine Hunde mochten, hast Du mit Deinem wunderbaren Wesen verzaubert. So konnte ich sogar meinen Freund bequatschen, dass Du mit uns in einem Zimmer schlafen durftest oder dass wir den 03. Oktober 2008 damit verbrachten, mit Dir einen Ausflug in den Grugapark in Essen zu unternehmen, bei dem Du Dich - wie immer - so wunderbar vorbildlich benommen hast. Mit Dir konnte man sich einfach überall sehen lassen.
Aber Du warst nicht nur bezaubernd, Du warst allgegenwärtig. Auch wenn mein Zuhause knapp hundert Kilometer von dem Deinigen entfernt liegt, habe ich hier immer wieder weiße Haare gefunden, obwohl Du nie hier gewesen bist. Ich habe dann immer gesagt, dass man nur an Dich denken müsse, um Haare von Dir zu finden. Anfangs hat mich Dein Haaren fast genervt, jetzt vermisse ich es schmerzlich.
Ich könnte jetzt noch viel mehr über Dich schreiben, aber dies müsste erst einmal genügen, um der Nachwelt einen Eindruck zu hinterlassen, was Du für ein Hund gewesen bist.
Ice, ich wünsche Dir eine gute Reise hinter die Regenbogenbrücke. Noch sind wir wie gelähmt, aber es wird die Zeit kommen, in der wir uns nur noch an die schönen Momente erinnern werden, von denen es mehr als genug gab.
Ich hatte gehofft, der Abschied falle mir leichter, wo ich doch schon zwei Freunde habe gehen lassen müssen, aber dem ist nicht so. Der Abschied fällt mir so unglaublich schwer, weil ich Deinen Tod einfach nicht realisieren kann. Wenn ich unterwegs bin, denke ich oft daran, Dir mal wieder etwas Leckeres mitzubringen. Dass dies ein sinnloses Unterfangen ist, wird mir im selben Augenblick mit einem kräftigen Schlag ins Gesicht klar. Und häufig frage ich auch noch meine Mitmenschen, ob Du wirklich nicht mehr da bist. Ich kann es einfach nicht fassen. Ich sehe auf meinem Nachttisch Dein Foto mit der schwarzen Schärpe und kann nicht glauben, dass wir uns in diesem Leben wirklich nie wieder sehen werden.
Vielleicht verstehe ich irgendwann, warum an einem sonnigen, warmen Sommertag ein Hund sterben musste, der von so vielen Seelen geliebt und nun so schmerzlich vermisst wird.
Aber auch wenn ich kaum in der Lage bin, meine Trauer in Worte zu fassen, bin ich auf der anderen Seite dankbar für das Meer von Tränen, das es wert ist, für Dich geweint zu werden und für die große, einzigartige Liebe, welche ich für Dich empfinden darf.
Nun geh und mach es gut. Wir alle werden für Dich immer einen ganz besonderen Platz in unseren Herzen haben.
Wir lieben Dich!
Annabel,
im Namen Deiner ganzen Fangemeinde




