Sarah


ABLEY'S Serene Sarah
19. August 1987
bis 07. April 2006




Meine kleine, süße Sarah,

fassungslos sitze ich vor einer Kerze, die an Deinem Lieblingsplatz steht und versuche, zu begreifen, versuche, zu verstehen und versuche, damit klarzu- kommen, dass Du nicht mehr neben mir sitzt und mit Deiner Anwesenheit den Raum weit mehr erhellst als die Kerze es jemals können wird.

Der Raum ist kalt und steril geworden ohne Dich und Du fehlst mir und allen, die Dich kennenlernen durften unendlich.

Als ich Dich vor beinahe 10 Jahren zum ersten Mal sah, hätte ich nicht gedacht, dass uns einmal so viel verbinden würde, wie es heute der Fall ist. Ich wollte eigentlich nie ein eigenes Haustier, denn ich fürchtete den Moment, in dem es von einem geht und einen zurücklässt.

Deine Vorbesitzer hatten Dich nach 9 Jahren zurückgelassen und Du warst alleine. Ich sollte Dich damals eigentlich nur ins Tierheim bringen, aber ich brachte Dich erstmal zum Tierarzt. Als er Dich narkotisieren musste, um Dich von Deinem verfilzten Fell zu befreien und ich Dich nicht dort lassen konnte, nahm ich Dich mit, bis Du auf meiner Couch aus der Narkose aufwachtest und wie betrunken den Raum erkundetest, den Du bis heute Deinen Lebensraum nennen wolltest.

Es brauchte nicht mehr, mich zu überreden, Dich keinesfalls ins Tierheim zu geben. Ein Blick von Dir genügte.

Wie selbstverständlich wir die letzten fast 10 Jahre miteinander verbracht haben, können Dir all diejenigen berichten, die uns beide als Team kennengelernt haben. Und bis heute gibt es keinen, der Dich nicht sofort ins sein Herz geschlossen hätte, so wie auch Du jeden, der Deinen Lebensraum betrat, sofort vorbehaltlos in Dein Herz aufgenommen hast.

Doch dieses Herz wurde älter - wie wir alle. Aber anscheinend war es ihm nicht vergönnt, in gleichen Etappen zu altern, wie wir das tun. Menschen haben festgelegt, dass Du nach unserer Zeiteinteilung knapp 90 Jahre alt werden durftest. Das ist sehr viel und doch viel zu wenig.




Nun ist er gekommen, der Moment, den ich so sehr gefürchtet hatte. Du hinterlässt eine große Lücke in unser aller Leben, die man mit Kerzen nicht aufhellen oder mit irgendetwas füllen könnte. Nur die Zeit und viele viele Tränen tropfen hinein. Was uns bleibt sind Erinnerungen an einzigartige Zeiten mit Dir, an die Wärme, die Du gegeben hast, die Liebe, die Dankbarkeit, und die Freude, die Du uns entgegengebracht und so unser Leben verschönert hast. Du warst wie ein Kind für mich, ein Familienmitglied.

Sarah, wir lieben Dich. Vergib mir die Momente, in denen ich mich nicht so intensiv um Dich gekümmert habe, wie ich es hätte sollen oder können, in denen ich alles als selbstverständlich gesehen habe und nicht erkannte, dass jede Minute mit Dir etwas ganz besonderes war. Ich hoffe, ich konnte es Dir ermöglichen, zumindest die Hälfte Deines Lebens zufrieden und glücklich zu leben. Ich hoffe, Dir fehlte es nicht an viel.

Wo immer Du jetzt auch sein magst, ich weiß, Du siehst die Kerze, die ich seitdem jeden Abend für Dich leuchten lasse. Ich hoffe, wir sehen uns irgendwann wieder. Vielleicht bist Du ja nur ein bisschen vorausgegangen über die Regenbogenbrücke hinüber zu neuen Freunden? Dann sind sie zu beneiden. Wir werden Dir folgen und uns wiedersehen. Daran glaube ich ganz fest und das verspreche ich Dir.


Und wie ein Baum in lauer Nacht
sich um den Wind Gedanken macht,
so sitz' ich wartend hier bei mir
und wünsch', Du wärst noch hier.



Alles Liebe und Danke !

Dein Markus


Sarah hat auch hier noch ein Plätzchen